Zivilisationskrankheit - ADHS

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Zivilisationskrankheit

Ist ADHS eine moderne Zivilisationskrankheit?


Das ADHS ist keine moderne Zivilisationskrankheit. Zwar wird historisch meist mit dem Struwwelpeter begonnen, das früheste eindeutige historische Zeugnis ist jedoch mehr als zweitausend Jahre älter. Von Thales von Milet wird anekdotisch berichtet, dass Thales, in seine philosophischen Reflexionen vertieft, die Welt um sich herum vollkommen aus den Sinnen verlor und ein Erdloch übersah, in welches er prompt hineinstürzte. Es handelt sich also um die gleiche Verträumtheit, wie beim "Hans guck in die Luft" im Struwwelpeter. Postwendend habe ihn eine thrakische Magd verspottet: "Er will wissen, was am Himmel ist, aber es bleibt ihm verborgen, was vor ihm und zu seinen Füßen liegt!"

Auch Platon kannte anscheinend dieses Geschehnis: "Wenn er (...) über das reden muss, was zu seinen Füßen oder vor seinen Augen liegt, ruft er Gelächter hervor: Aus Unerfahrenheit fällt er in den Brunnen und in jegliche Verlegenheit. Seine Ungeschicklichkeit ist entsetzlich und er erweckt den Anschein der Einfältigkeit. Was aber der Mensch ist (in seinem tiefsten Wesen), (...) danach sucht er und das zu erforschen müht er sich."

In jüngerer Vergangenheit wurde die Symptomatik anekdotisch vom deutschen Arzt H. Hoffmann im "Struwwelpeter" 1846/47 beschrieben. Ein deutscher Badearzt – Scherpff - lieferte 1888 eine gute Beschreibung unter dem Begriff "das impulsive Irresein als häufigste Seelenstörung im Kindesalter". Und 1902 beschrieb der englische Kinderarzt George F. Still ein Störungsbild mit Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, motorischer Überaktivität und Unfähigkeit zu diszipliniertem Verhalten. Er führte aus, dass nicht in erster Linie schlechte Erziehung oder ungünstige Umweltbedingungen, sondern eine angeborene Konstitution für diese Symptome verantwortlich sind.

 
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