Was ist eigentlich ADHS? - ADHS

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Was ist eigentlich ADHS?

ADHS - Was ist das?


ADHS ist die Abkürzung für die "Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung". Oft wird auch die ältere und einfachere Form ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) verwendet. Weitere Kürzel sind ADHS, ADS/H, engl. auch ADD und ADHD.

Während im sog. Volksmund sich eisern die Bezeichnungen das ADS und das ADHS halten, gemeint sind dann das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom bzw. Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität, wird in Fachkreisen nur noch von der ADHS gesprochen.

Es ist eine von der Weltgesundheitsbehörde WHO anerkannte Störung bzw. Krankheit. Bei ADHS handelt es sich meist um eine genetisch bedingte Abweichung im Gehirnstoffwechsel. Heute wird der Vererbungsanteil auf 80-90% geschätzt. Die Betroffenen haben meistens Schwierigkeiten mit der Konzentration, der Gedächtnisleistung und der Steuerung ihrer Impulsivität. Daraus resultieren oft Probleme mit der Kommunikation und/oder dem Sozialverhalten. ADHS wirkt sich bei jedem/jeder Betroffenen unterschiedlich aus.

ADHS kann zu erheblichen Störungen und Beeinträchtigungen in der Lebensqualität führen. Das hängt von den Lebensbedingungen und vom Ausprägungsgrad des ADS ab. Die ADHS tritt in zwei Erscheinungsweisen auf. Für Hyperaktive hat sich der Begriff Zappelphilipp eingebürgert, Hypoaktive werden häufig Traumsusen genannt. Meist liegt es jedoch in einer Mischform vor.
Die Auswirkungen der ADHS

Die ADHS-Symptome treten sehr unterschiedlich auf. Es müssen also nicht alle Symptome aus der folgenden Aufzählung auftreten, und auch nicht in gleicher Stärke.

Menschen mit ADHS sind

  • häufig unaufmerksam und ablenkbar, besonders bei Tätigkeiten, die sie nicht sehr stark motivieren (schnell wechselnder Brennpunkt des Interesses;

  • immer auf dem Sprung, mit großer innerer Unruhe - besonders wenn Abwarten oder Zuhören erwartet wird, sie sind impulsiv, Gefühle werden sofort ausgelebt;

  • ungeduldig - Abwarten fällt ihnen schwer, sie sind reizbar, streiten häufig, unterschätzen Gefahren;

  • vergesslich und verfügen meist über ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis (insbesondere bei alltäglichen Dingen);

  • sie verlegen oder verlieren oft Dinge wie Schlüssel, Papiere etc.;

  • zerstreut und chaotisch; die Kommunikation und soziale Kontakte sind oft schwierig (hören nicht zu, haben wenig Blickkontakt, reden dafür ständig oder schalten ab);

  • zerstreut und chaotisch; die Kommunikation und soziale Kontakte sind oft schwierig (hören nicht zu, haben wenig Blickkontakt, reden dafür ständig oder schalten ab);

  • sehr motivationsgesteuert (beginnen Aufgaben oft begeistert, schließen sie jedoch häufig nicht ab); sie haben schnell Langeweile;

  • überempfindlich bei Kritik, haben ein geringes Selbstwertgefühl, sind stimmungslabil, haben starke emotionale Schwankungen und eine niedrige Frustrationstoleranz;

  • sie erbringen mangelnde Leistungen in Relation zu ihren Möglichkeiten bzw. Fähigkeiten;

  • stark angewiesen auf äußere Strukturen; sie sind dann aber auch zu ungewöhnlichen bzw. nicht erwarteten Leistungen fähig; sie haben Probleme mit Ordnung und Organisation (sammeln gerne, lassen sich die Papierberge aufstapeln);

  • sie sind visuell orientiert; sie haben Schwierigkeiten mit Entscheidungen und damit, sich selbst und den Alltag zu managen;


ADHS wirkt sich aber meist nicht nur negativ aus, denn viele Menschen mit ADHS sind oft

  • sehr wachsam, kreativ, ideenreich

  • feinfühlig und energievoll

  • sehr flexibel und wagemutig

  • von einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden


Bei wem tritt ADHS auf?

ADHS tritt bei Kindern und Erwachsenen auf. Oft sind mehrere Mitglieder einer Familie davon betroffen. Die Symptome zeigen sich in der Regel von Geburt an bis zum Lebensende, verändern sich aber in ihren Ausprägungen im Laufe des Lebens. Bei bis zu 50% der ADHS-Kinder setzt sich die Symptomatik bis ins Erwachsenenalter fort. ADHS ist nicht das Ergebnis eines elterlichen "Erziehungsfehlers". Dennoch können sich durch ADHS schwierige Beziehungskonstellationen und Alltagssituationen entwickeln. Stressauslösende belastende Umwelt- und Familiensituationen können ADHS fördern.


Was ist ADHS nicht?

ADHS wird in der Regel nicht erzeugt durch Erziehungsfehler, Probleme im Elternhaus, falsche Ernährung, Geburtsfehler, Fehlsichtigkeiten, Haltungsschäden, um nur die häufigsten nicht neurobiologischen Erklärungsversuche aufzulisten. Die häufigsten Verwechslungsmöglichkeiten gibt es bei Schilddrüsenproblemen, Hochbegabung und Allergien, weil diese ähnliche Symptome auslösen können.
Was kann man tun?

Zuerst muss eine sorgfältige Abklärung erfolgen, ob ADHS wirklich vorliegt. Ist dies der Fall, lässt sich ADHS gut mit medikamentöser Therapie und/oder begleitender Beratung bzw. Therapie behandeln. Die Medikamente normalisieren den Stoffwechsel im Gehirn, so dass eine Verbesserung der Symptome erreicht wird. Parallel dazu müssen in der Regel neue Verhaltensweisen eingeübt und das bisherige Handeln überdacht und ggf. verändert werden.

Wichtig ist die Prävention, weil es Entwicklungsbedingungen gibt, die ADHS-Probleme vermeiden helfen, wenn sie bereits bei kleinen Kindern berücksichtigt werden.

Entsprechend der Vielfalt der Symptome werden Hilfen an verschiedenen Stellen ansetzen. Es müssen jedoch die auf den Bedarf des Kindes wie des Erwachsenen ausgerichteten Therapien und Hilfen individuell ausgewählt werden.

Häufig sind persönliche und familiären Beziehungen sowie das Berufsleben mehr oder weniger schwer gestört und müssen in Ordnung gebracht werden. Die Spanne der Hilfen reicht von therapeutischer Problembehandlung über praktische Hilfen zur Lebensgestaltung bis hin zur Förderung der vorhandenen Potentiale.

Was wünschen sich Menschen mit ADHS?

Sie möchten einfach in ihrer Andersartigkeit akzeptiert werden. Sie möchten nicht pädagogisch umgebogen werden. Sie möchten nicht diffamiert werden, wenn sie Medikamente einnehmen, um in dieser Gesellschaft ein glückliches Leben führen zu können.

Und was geben Menschen mit ADHS der Gesellschaft?

Thales von Milet, Friedrich Schiller, Churchill, Mozart und Edison sollen ADHS gehabt haben. Zu der Störung bekannt haben sich u.a. die US-Filmstars Dustin Hoffmann und Whoopi Goldberg, auch von Microsoftgründer Bill Gates wird es berichtet. Die Liste bedeutender Menschen mit deutlicher ADHS-Symptomatik ist lang. Für ihre Zeitgenossen waren bzw. sind sie oft genug eher eine Plage oder sogar Zumutung. Aber wäre die Welt nicht ärmer ohne diese Zappelphilipps und Träumer?

Letzte Bearbeitung 14.04.2013

 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü